Mythenumrankte Heilpflanze

Mythische Verbindungen

Viele Mythen und Sagen erwähnen den Weißdorn oder ranken sich gar komplett um ihn. Die Wikinger etwa sprachen vom „Schlafdornstechen“, wenn jemand mit einem Schlafzauber belegt war. So soll etwa Odin die Walküre Brunhilde durch einen Weißdornstachel in einen verzauberten Schlaf versetzt haben. Und auch Dornröschen fiel durch Weißdorn in ihren hundert Jahre währenden Schlaf. Deshalb verwundert es nicht, dass man Weißdorn in Island noch heute „Schlafdorn“ nennt. Auch bei den Kelten war die Verbindung von Weißdorn und Zauberschlaf bekannt. Unter einer Weißdornhecke erlag auch der Zauberer Merlin der Verzauberung durch die Fee Nimue und schläft dort noch immer bis ans Ende der Tage.

Weißdorn wird schon seit Jahrhunderten verwendet und auf vielfältige Weise in Mythen und Sagen erwähnt.
Weißdorn wird oft in Mythen und Sagen erwähnt

Vielseitige Assoziationen

Weißdorn galt aber auch als Zuhause der guten Feen. Gemeinsam mit Eiche und Esche gehört er der keltischen Sagenwelt nach zu den drei heiligen Bäumen, die Feen beherbergen. Aus diesem Grund wurden aus dem Holz des Weißdorns Kinderbetten gebaut, um die bösen Feen von ihnen fernzuhalten. So blieb der Weißdorn bis in die christliche Zeit ein Zeichen für Hoffnung. Selbst Jesu Dornenkrone soll aus Weißdorn bestanden haben, woher vermutlich die Assoziation mit Leben und Tod stammt.

Doch auch in der griechischen und römischen Mythologie spielt der Weißdorn eine Rolle. So sollte Weißdorn in römischen Haushalten Glück und Schutz bringen, da er mit der Göttin der Blumen, Flora, in Verbindung gebracht wurde. Selbst aphrodisierende Wirkung und Fruchtbarkeit wurden mit der Pflanze assoziiert. Dafür standen die römische Göttin Cardea (Göttin der Heirat und Geburt) sowie die griechischen Götter Hera (Göttin der Frauen und Heirat) und Hymenaios (Gott der Hochzeit).